Zuletzt im Heyne Verlag erschienen

Paradies

Roman

Petra freut sich auf eine Auszeit ganz für sich, ohne Haushalt, Kinder, Mann und Job. Ihren Sehnsuchtsort findet sie auf einer spanischen Insel, bei einer Seminarwoche im herrlich gelegenen Hotel Paraíso mit Selbsterfahrung, Körperarbeit, Meditation und Yoga. Dort trifft sie auf die anderen Teilnehmer der Gruppenreise, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und Geheimnisse haben, die nicht nur Petras Leben aus den Fugen heben. Als auch noch ein Sturm die Hotelgäste einschließt und ein Entkommen von der Insel unmöglich macht, kochen die Emotionen innerhalb der Gruppe lebensgefährlich hoch.

Zum Buch

Amelie Fried: Paradies

Amelie Fried

»Ihre Romane sind amüsant und geistreich.«

Echo der Frau

Amelie Fried wurde 1958 in Ulm als Tochter des Verlegers Kurt Fried und der Buchhändlerin Inge Fried-Ruthardt geboren. Nach dem Abitur 1975 studierte sie von 1976 bis 1983 Theaterwissenschaften, Publizistik, Kunstgeschichte und Italienisch in München. Während ihres Studiums arbeitete sie in freien Theatergruppen. Im Jahr 1989 schloss sie den Studiengang Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film in München ab.

Zur Vita

Interview zu »Paradies«

Vier Fragen an Amelie Fried

Worum geht es in Ihrem neuen Roman?

Um eine Gruppe Frauen und Männer, die im Urlaub in einem spanischen Hotel zusammentreffen. Sie reisen mit unterschiedlichen Erwartungen an, wollen sich vom Alltag erholen, mit Wellness, Yoga und Meditation etwas für Körper und Seele tun, andere Menschen kennenlernen oder einfach nur ihre Ruhe haben. Aber es kommt völlig anders. Ein schwerer Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab, der Betrieb im Hotel bricht zusammen, und innerhalb der Gruppe kochen die Emotionen hoch. Am Ende wird eine Leiche aus dem Meer geborgen, und keiner der Teilnehmer ist mehr der, als der er gekommen ist.

Warum der Titel PARADIES?

Der Titel ist natürlich ironisch. Zum einen heißt das Hotel so, in dem der Roman spielt, zum anderen werden im Buch die Erwartungen der Figuren, die sich eine paradiesische Urlaubswoche versprechen, komplett zerstört. Es ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Tendenz, sich nur noch um die eigene Selbstoptimierung zu kümmern und dabei andere Menschen aus dem Blick zu verlieren. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.

Ist PARADIES ein Frauenroman?

(Lacht). Gibt es diesen Begriff überhaupt noch? Die Hauptfiguren sind weiblich, aber Männer spielen eine erhebliche Rolle, und was sich zwischen den Figuren abspielt, sind Themen, die uns alle betreffen. Es geht um Liebe und Hass, Verantwortung und Selbstlosigkeit, Eitelkeit und menschliche Größe. Aber natürlich ist PARADIES ein Unterhaltungsroman, eine Tragikomödie, in der – wie im Leben – das Traurige und das Komische nah beieinander liegen.

Anders als in Ihren früheren Büchern gibt es hier mehrere Erzählperspektiven – warum?

Mich fasziniert der systemische Gedanke, den ich bei meinen Ausbildungen zur Mediatorin und zum Coach kennengelernt habe. Wir alle sind Teile von Systemen, und jede Veränderung bei einem Teil führt zu Veränderungen im Gesamtsystem. Das lässt sich auch auf Romanfiguren übertragen. Meine vier Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich und haben jeweils einen eigenen Blick auf die Ereignisse. Die Woche im Hotel Paraiso verändert nicht nur ihre Perspektive, sondern ihr ganzes Leben. Diese Erzählform war eine große Herausforderung für mich, aber es hat sich gelohnt. Ich habe mich als Autorin ein großes Stück weiterentwickelt.